Erfolgreicher Obstbaumschnitt-Workshop: Wir Baumfreunde lernen von Jörg Franke

Am 14. März 2026 stand für uns Baumfreunde ein ganz besonderer Termin im Kalender: Eine professionelle Schulung zum Thema Obstbaumschnitt. Da wir uns als regionale Gruppe im Leipziger Partheland nicht nur um die Pflanzung von zahlreichen Bäumen kümmern, sondern auch Streuobstwiesen pflegen, war dieses Wissen für uns Gold wert.

8 Baumfreundinnen auf der Streuobstwiese in Panitzsch

8 Baumfreundinnen auf der Streuobstwiese in Panitzsch

Organisiert wurde das Event von unserem Partner Heiko Thonig von der Naturschutzbund (NABU) Regionalgruppe Partheland. Gegen 10 Uhr Vormittag trafen sich zehn Baumfreundinnen und Baumfreunde bei der Streuobstwiese am Ponyhof in Panitzsch, um gemeinsam in die Geheimnisse des perfekten Baumschnitts einzutauchen.

Die Biologie des Baumes verstehen
Unser Lehrmeister für diesen zweistündigen Workshop war Jörg Franke (E-Mail | Mobil), ein professioneller Obstbaumwart. Bevor es an die Scheren ging, gab es erst einmal spannendes Hintergrundwissen zur Biologie des Baumes. Jörg erklärte uns anschaulich, wie Baumhormone – insbesondere Auxin – das Wachstum steuern und quasi als Autobahnen die Energieflüsse leiten. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, Konkurrenz zwischen Ästen zu vermeiden und eine klare Struktur im Baum aufzubauen.

Um einen Schadbaum vielleicht noch zu retten, regt der Baumwart mit einer speziellen Technik die Bildung von Narbengewebe um das Totholz am Stamm herum an

Praxis am Apfelbaum: Der Erziehungsschnitt
Als Übungsobjekte dienten uns rund acht Obstbäume, die wir bereits im Jahr 2022 gepflanzt hatten. Jörg war ehrlich zu uns und wies darauf hin, dass der bisherige Wuchs eher ungünstig verlief und ein sogenannter Erziehungsschnitt schon viel früher hätte stattfinden sollen.

Aufmerksam verfolgen alle die mutigen Schnitte von Baumwart Jörg Franke

Am Beispiel eines Apfelbaum-Halbstamms gingen wir das Ganze interaktiv an. Wir standen im Kreis um den Baum und haben gemeinsam überlegt, ob ein Ast an der richtigen Stelle sitzt oder weichen muss. Das Ziel des Erziehungsschnitts ist es, drei bis vier kräftige Haupttriebe auszubilden, wobei Äste weder ineinander ragen noch sich in der Mitte kreuzen dürfen. Ein wichtiger Kniff dabei: Beim Abschneiden unerwünschter Triebe muss die letzte verbleibende Knospe immer nach außen und nicht nach innen zeigen, um einen schönen, offenen Wuchs zu fördern.

Durch die Last der Früchte hat sich das junge Bäumchen viel zu stark nach unten gebogen und musste radikal zurückgeschnitten werden, damit die Äste später nicht abbrechen.

Profi-Werkzeug und Ausblick

Auch wenn wir bei diesem Workshop unsere eigenen Scheren noch nicht ansetzen konnten, haben wir einen echten Profi-Tipp für unser Werkzeug-Repertoire mitgenommen. Jörg Franke schwört auf Baumscheren der Marke Felco.

Das Event war nicht nur extrem lehrreich, sondern auch ein voller Erfolg für unser Teamgefühl. Das frisch erworbene Wissen werden wir nun an unsere anderen Mitglieder weitergeben. Als Nächstes planen wir, unsere gelernten Fähigkeiten auf unseren weiteren Streuobstwiesen anzuwenden – zum Beispiel an der Schule in Panitzsch oder an der Mülldeponie in Zweenfurth.

Unsere im Jahr 2022 gepflanzen Obstbäume sind leicht an den Anhängern mit QR-Code zu erkennen

Wir danken Jörg und Heiko für diesen tollen Vormittag und freuen uns schon auf den nächsten Einsatz in der Natur!